In diesem Artikel zeige ich dir sachlich, wie eine Akupressurmatte auf den Blutkreislauf wirken kann. Du erfährst, welche physiologischen Mechanismen plausibel sind. Ich erkläre Begriffe wie Mikrozirkulation und Vasodilatation in verständlicher Sprache. Außerdem gehe ich auf die Forschungslage ein. Du bekommst praktische Hinweise zur Anwendung. Dazu gehören typische Dauer, Positionen und mögliche Effekte auf kalte Hände oder Fußsohlen. Ich nenne auch, wann du vorsichtig sein solltest. Bei bestimmten Erkrankungen ist Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt wichtig.
Ziel ist, dass du nach dem Lesen eine klare Vorstellung hast. Du kannst dann besser einschätzen, ob eine Akupressurmatte für dich sinnvoll ist. Und du weißt, wie du sie sicher und effektiv nutzen kannst.
Wie Akupressurmatten auf Blutkreislauf und Durchblutung wirken
Mechanische Stimulation und lokale Reaktion
Akupressurmatten üben Druck auf die Haut aus. Die spitzen Noppen reizen Mechanorezeptoren. Diese Druckreize werden über Nerven weitergeleitet. Das führt zu einer lokalen Erhöhung der Durchblutung. Die Blutgefäße in der Haut und im Unterhautgewebe weiten sich. Fachbegriff dafür ist Mikrozirkulation. Sie beschreibt die Durchblutung in kleinen Gefäßen wie Kapillaren. Eine bessere Mikrozirkulation liefert mehr Sauerstoff und Nährstoffe. Sie unterstützt den Abtransport von Stoffwechselprodukten.
Neurochemische Vermittlung
Mechanische Reize setzen auch Botenstoffe frei. Dazu gehören Substanzen wie Stickstoffmonoxid (NO) sowie Peptide wie Substanz P und CGRP. NO sorgt für Vasodilatation. Das heißt die Gefäße weiten sich. Substanz P kann Entzündungszellen anziehen und so kurzfristig die Durchblutung erhöhen. Gleichzeitig regen die Reize das zentrale Nervensystem an. Das kann zu einer Ausschüttung von Endorphinen führen. Endorphine mindern Schmerzempfinden. Weniger Schmerz kann die Muskelspannung verringern. Lockerere Muskeln drücken weniger auf Gefäße. Das verbessert die Durchblutung zusätzlich.
Autonomes Nervensystem und systemische Effekte
Über das vegetative Nervensystem können Akupressurreize auch Entspannungsreaktionen auslösen. Eine aktivierte parasympathische Antwort senkt Herzfrequenz und Blutdruck. Das kann regional die Durchblutung verändern. Bei vielen Anwendern bleibt der Effekt jedoch lokal und zeitlich begrenzt. Systemische Verbesserungen der gesamten Kreislauffunktion sind wissenschaftlich nicht gesichert.
Wissenschaftliche Evidenz und Grenzen
Es gibt Studien, die kurzfristige Zuwächse der Hautdurchblutung nachweisen. Messmethoden sind Laser-Doppler und Thermografie. Viele Untersuchungen sind klein. Einige Studien fehlen verblindete Kontrollen. Langfristige, groß angelegte Studien fehlen größtenteils. Es ist daher unklar, wie stark und wie dauerhaft die Effekte sind. Wichtig ist auch, dass die meisten Effekte oberflächlich sind. Bei schweren Gefäßerkrankungen oder Durchblutungsstörungen ist die Wirkung begrenzt. In solchen Fällen solltest du eine ärztliche Abklärung vornehmen lassen.
Vergleich: Welche Effekte auf den Blutkreislauf sind zu erwarten?
Die folgende Tabelle fasst typische Effekte zusammen. Sie ordnet die vermuteten physiologischen Ursachen und die Stärke der wissenschaftlichen Belege ein. So siehst du schnell, welche Ergebnisse plausibel sind und wie du die Matte praktisch nutzen kannst.
| Wirkung auf die Durchblutung | Vermutete physiologische Ursache | Stärke der Evidenz | Praktische Konsequenz für Anwender |
|---|---|---|---|
| Lokaler Anstieg der Hautdurchblutung | Mechanische Stimulation aktiviert Mechanorezeptoren. Freisetzung von Stickstoffmonoxid und Neuropeptiden fördert Vasodilatation. | Mittel | Wähle Matten mit hoher Nadelanzahl und fester Basis für stärkere Reize. Anwendung 10–20 Minuten für messbare Effekte. |
| Verbesserte Durchblutung im tieferen Gewebe | Sekundär durch Muskelentspannung und reduzierte Spannung. Weniger Kompression auf Gefäße verbessert den Blutfluss. | Niedrig | Längere, wiederholte Anwendung kann helfen. Bei dicker Muskulatur sind Effekte schwächer. Matten mit fester Schaumstoff- oder Kokosfaserbasis geben tieferen Druck. |
| Systemische Kreislaufeffekte | Aktivierung des parasympathischen Systems kann Herzfrequenz und Blutdruck senken. Folge ist teils veränderte Peripherdurchblutung. | Niedrig | Effekte sind individuell. Nutze die Matte zur Entspannung. Erwarten solltest du keine verlässliche, dauerhafte Kreislaufverbesserung. |
| Lokale Temperaturerhöhung | Erhöhte Hautdurchblutung führt zu höherer Hauttemperatur. Messbar mit Thermografie. | Mittel | Wenn du Wärme suchst, reichen kurze Anwendungen. Baumwollüberzüge verändern das Wärmegefühl wenig. Korkoberflächen fühlen meist wärmer an. |
| Verbesserung von kalten Händen oder Füßen | Lokale Effekte sind wahrscheinlich. Eine generalisierte Verbesserung entfernter Extremitäten ist eher unwahrscheinlich. | Niedrig | Bei kalten Füßen nutze die Matte direkt unter den Füßen. Erwäge eine Matte mit größerer Fläche, wenn du im Liegen ganze Körperregionen behandeln willst. |
Zusammenfassend zeigen Studien vor allem kurzfristige, lokale Effekte. Tiefe und systemische Verbesserungen sind weniger gut belegt. Wähle Mattenart und Anwendung gezielt nach deinem Ziel.
Häufige Fragen zur Akupressurmatte und dem Blutkreislauf
Verbessert eine Akupressurmatte wirklich die Durchblutung?
Ja, Akupressurmatten können die lokale Durchblutung erhöhen. Mechanischer Druck regt die Hautdurchblutung an und führt zur Freisetzung von gefäßerweiternden Botenstoffen. Die Effekte sind meist auf die behandelte Stelle beschränkt. Eine generelle, dauerhafte Verbesserung des gesamten Kreislaufs ist nicht belegt.
Wie schnell sieht oder spürt man Effekte?
Kleine Effekte wie Wärme oder rötere Haut können schon nach wenigen Minuten auftreten. Messbare Veränderungen in Studien zeigten sich meist nach 10 bis 20 Minuten Anwendung. Ob du subjektiv eine Besserung spürst, hängt von deiner Empfindlichkeit und der angewendeten Dauer ab. Wiederholte Anwendungen über Tage oder Wochen können die Wahrnehmung verbessern, nachhaltige physiologische Änderungen sind aber nicht sicher.
Gibt es Risiken bei Durchblutungsstörungen oder Blutgerinnungsstörungen?
Bei bestehenden Gefäßerkrankungen oder aktiver Thrombose ist Vorsicht geboten. Mechanischer Druck kann bei Blutgerinnungsstörungen das Blutungsrisiko erhöhen. Wenn du Antikoagulanzien nimmst oder eine Thrombose hattest, sprich zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei offenen Wunden, Hauterkrankungen oder starker Neuropathie solltest du die Matte nicht ohne ärztliche Rücksprache nutzen.
Kann die Akupressurmatte einen Arztbesuch ersetzen?
Nein. Eine Akupressurmatte kann bei leichten Beschwerden ergänzend helfen. Sie ersetzt jedoch keine medizinische Abklärung bei ernsthaften Durchblutungsstörungen, Schmerzen unklarer Ursache oder neurologischen Ausfällen. Wenn Symptome neu, stärker oder anhaltend sind, suche ärztlichen Rat.
Wie solltest du die Matte anwenden, wenn du die Durchblutung verbessern willst?
Beginne mit kurzen Einheiten von fünf bis zehn Minuten und steigere bei guter Verträglichkeit auf 10 bis 20 Minuten. Lege die Matte direkt auf die gewünschte Körperregion, zum Beispiel auf die Fußsohlen oder den Rücken. Achte auf Hautreaktionen und setze bei Schmerzen die Anwendung aus. Bei Unsicherheit kläre Dauer und Häufigkeit mit einer medizinischen Fachperson.
Für wen eignet sich eine Akupressurmatte zur Verbesserung der Durchblutung?
Bei Durchblutungsbeschwerden
Wenn du zu kalten Händen oder Füßen neigst, kann die Matte lokal helfen. Lege die Matte gezielt unter die Füße oder auf die Unterarme. Beginne mit fünf bis zehn Minuten und erhöhe langsam auf 15 bis 20 Minuten. Nutze eine Matte mit höherer Nadelanzahl für stärkere Reize. Achte auf rote oder empfindliche Haut und pausiere bei Schmerzen. Bei ausgeprägten Durchblutungsstörungen suche vorher ärztlichen Rat.
Für Sportler
Sportler können die Matte zur Regeneration nutzen. Kurz nach dem Training fördert sie die lokale Durchblutung und kann helfen, Muskelkater zu mindern. Setze sie 10 bis 20 Minuten ein. Kombiniere die Anwendung mit Bewegung und leichtem Dehnen. Vermeide die Matte unmittelbar nach harten Belastungen, wenn starke Muskelentzündungen vermutet werden.
Ältere Menschen
Ältere Haut ist dünner und empfindlicher. Wähle niedrigere Intensität. Lege zu Beginn ein Tuch oder einen Überzug auf die Matte. So reduziert sich der Druck. Starte mit kurzen Sitzungen von fünf Minuten. Kontrolliere die Haut regelmäßig auf Reizzustände. Bei Gefäßproblemen, Bluthochdruck oder Diabetes kläre die Anwendung mit der Ärztin oder dem Arzt ab.
Bei chronischen Krankheiten
Bei Diabetes mit Neuropathie ist Vorsicht geboten. Sensibilitätsstörungen können Druckschäden verursachen. Bei bekannten Gefäßkrankheiten oder früheren Thrombosen ist die Matte nicht ohne medizinische Abklärung zu empfehlen. Wenn du Blutgerinnungshemmer nimmst, kläre das vorab. Bei Autoimmunerkrankungen oder offenen Wunden verzichte auf die Anwendung, bis die Läsionen verheilt sind.
Praktische Hinweise für alle Gruppen
Verwende Matten mit stabiler Basis wenn du tiefere Effekte willst. Eine weiche Schaumstoffbasis reduziert die Intensität. Probiere unterschiedliche Positionen aus. Füße, Rücken und Schultern reagieren oft am stärksten. Pausiere bei Schwindel, starker Rötung oder Schmerzen. Bei Unsicherheit frage eine medizinische Fachperson. Eine Akupressurmatte ersetzt keine ärztliche Behandlung. Sie kann aber eine sinnvolle, ergänzende Maßnahme sein.
Typische Alltagsanwendungen zur Förderung der Durchblutung
Nach dem Sport: Regeneration der Muskulatur
Lege die Matte auf eine flache Unterlage. Setz dich aufrecht oder leg dich mit dem Rücken auf die Matte. Nutze 10 bis 20 Minuten direkt nach leichtem bis moderatem Training. Die mechanische Stimulation kann die lokale Durchblutung erhöhen und den Abtransport von Stoffwechselprodukten unterstützen. Erwartung: Du spürst oft Wärme und eine reduzierte Muskelspannung. Eine deutliche Leistungssteigerung oder sofortige Schmerzfreiheit sind nicht realistisch. Kombiniere die Anwendung mit leichter Bewegung und ausreichend Flüssigkeit.
Bei sitzender Tätigkeit: Gegen Taubheitsgefühle in Beinen
Wenn du lange am Schreibtisch sitzt, stelle die Matte auf den Boden. Setz die Füße direkt darauf oder lege den Unterschenkel für 10 Minuten rauf. Alternativ kannst du kurz aufstehen und die Matte mit den Fußsohlen behandeln. Die gezielte Stimulation fördert die lokale Mikrozirkulation in den Füßen und Unterschenkeln. Erwartung: Ein schnelleres Wärmegefühl und weniger Kribbeln. Bei ausgeprägten Durchblutungsstörungen ist das nur eine unterstützende Maßnahme. Mach zusätzlich regelmäßige Pausen und Gehstrecken.
Bei kalten Händen und Füßen: Direkte Anwendung
Lege die Matte auf einen Stuhl oder Fußboden. Setz dich bequem und platziere die kalten Füße 10 bis 15 Minuten auf der Matte. Für Hände kannst du die Matte auf einen Tisch legen und die Handflächen darauflegen. Die lokale Durchblutung erhöht sich meist bereits nach wenigen Minuten. Erwartung: Spürbare Erwärmung und ein besseres Temperaturgefühl. Wenn die Extremitäten dauerhaft sehr kalt sind, lasse die Ursache ärztlich abklären.
Zur Entspannung vor dem Schlafen: Ruhe und Kreislaufregulation
Leg die Matte auf dein Bett oder eine Yogamatte. Lege dich langsam und nimm 10 bis 20 Minuten Zeit. Atme ruhig und konzentriere dich auf die Entspannung. Die Anwendung kann parasympathische Reaktionen fördern und so Herzfrequenz und Stress reduzieren. Erwartung: Bessere Einschlafbereitschaft und ein beruhigtes Körpergefühl. Die Matte ersetzt keine Schlaftherapie bei chronischen Schlafstörungen.
Auf Reisen oder nach langen Flügen: Unterstützung für die Venen
Nutze die Matte kurz nach dem Aussteigen. Setz dich und lege die Füße für 10 Minuten auf die Matte. Die lokale Anregung kann helfen, Stauungen zu reduzieren. Erwartung: Milderes Schweregefühl in den Beinen und raschere Mobilität. Bei bekannter Thrombosegefahr oder bei Blutgerinnungshemmung kläre die Anwendung vorher mit dem Arzt.
Allgemeine Hinweise
Beginne immer mit kurzen Einheiten. Erhöhe die Dauer nur bei guter Verträglichkeit. Nutze ein dünnes Tuch als Puffer, wenn die Haut empfindlich ist. Stoppe die Anwendung bei starken Schmerzen, Schwindel oder ungewöhnlicher Blutung. Die Matte kann kurzfristig die lokale Durchblutung verbessern. Sie ist keine Therapie für ernsthafte Gefäßerkrankungen. Bei Unsicherheit suche ärztlichen Rat.
Entscheidungshilfe: Solltest du die Akupressurmatte ausprobieren?
Hast du bekannte Gefäß- oder Blutgerinnungsprobleme?
Wenn du eine Thrombose gehabt hast oder Blutgerinnungshemmer nimmst, kläre die Anwendung unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Das gleiche gilt bei offenen Wunden oder akuten Entzündungen. In solchen Fällen ist die Matte nicht ohne Rücksprache zu empfehlen.
Welche Symptome willst du verbessern: lokale Beschwerden oder systemische Probleme?
Willst du Wärme, weniger Verspannung oder eine bessere Mikrozirkulation an einer bestimmten Stelle, dann ist die Matte oft sinnvoll. Erwartest du eine dauerhafte, gesamte Kreislaufverbesserung, ist das unrealistisch. Für lokale, kurzfristige Effekte ist die Matte gut geeignet.
Hast du neurologische Einschränkungen oder empfindliche Haut?
Bei Neuropathie, Diabetes mit Sensibilitätsstörung oder sehr dünner Haut gehe vorsichtig vor. Nutze zunächst ein Tuch als Puffer und kurze Einheiten. Bei Unsicherheit suche vorher ärztlichen Rat.
Konkrete Vorgehensweise und nächste Schritte
Starte mit 5 bis 10 Minuten pro Sitzung. Steigere auf 10 bis 20 Minuten, wenn du die Anwendung gut verträgst. Teste täglich über ein bis zwei Wochen. Notiere, ob Wärme, weniger Spannung oder Schmerzreduktion auftreten. Stoppe die Anwendung bei stärkerem Schmerz, Schwindel oder ungewöhnlicher Blutung.
Fazit
Wenn du keine relevanten Vorerkrankungen hast und ein lokales Ziel verfolgst, ist die Matte wahrscheinlich geeignet. Bei Blutgerinnungsstörungen, früherer Thrombose oder aktiven Entzündungen gilt Vorsicht – ärztliche Rücksprache notwendig. Bei Neuropathie oder offenen Wunden ist die Matte nicht ohne medizinische Abklärung anzuwenden.
